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Alkoholfreier Gin: Ein neuer Trend?

Alkoholfreier Gin

Gin ist eine der favorisierten Spirituosen der Deutschen. Er ist bekannt für seinen besonders würzigen Geschmack. Viele Liebhaber trinken ihn pur, andere mögen den Geschmack von einem Gin Tonic, welcher ein Wahrer Klassiker unter den Longdrinks ist. Auch in vielen Cocktails ist Gin zu finden.

Herstellung

Bei einem alkoholhaltigen Gin wird als Grundstoff ein Neutralalkohol gebraucht, der meist aus einer Grundlage von Getreide, Kartoffeln oder Melasse gemacht wird. Alkoholfreier Gin Braucht diesen Schritt nicht.

Seinen besonderen Geschmack erhält der Gin jedoch erst im zweiten Schritt. In diesem werden die Inhaltsstoffe hinzugefügt, die dem Gin seinen Geschmack verleihen. Und diese Inhaltsstoffe sind der Grund, warum Gin so unterschiedlich schmecken kann. Zu den Inhaltsstoffen, die auch Botanicals genannt werden, zählen zum Beispiel Beeren, Samen, Rinden, Gewürze, Fruchtschalen, Kräuter und Wurzeln. Eine Zutat, die in jedem Gin enthalten sein muss, ist die Wachholderbeere. Alkoholfreier Gin durchläuft auch das gleiche Verfahren wie Alkoholhaltiger in diesem Punkt. Da die Botanicals den Geschmack definieren, schmeckt alkoholfreier Gin wie ein vollwertiger Gin.

Zuletzt muss der Gin noch destilliert werden. Nach dem Einlegen in Botanicals wird der Gin destilliert und bei alkoholhaltigem Gin „gebrannt“. Somit wird jedoch nicht nur die Alkoholkonzentration höher, sondern auch der Geschmack feiner.

Geschichte

Mitte des 17. Jahrhunderts berichten Quellen das erste Mal von einem Wachholderschnaps des Arztes Franciscus Sylvius aus Genf. Wilhelm III. von Oranien-Nassau brachte diesen Schnaps, als er 1689 König von England wurde brachte er den Branntwein in sein Königreich mit und förderte die Produktion des Gins, indem er diesen steuerfrei machte. Auch Soldaten, die die Holländer im Holland-Spanien Krieg unterstützen, brachten den Wachholderschnaps mit auf die britische Insel.

1769 brachte es die Gordon Co. dazu, Gin für die breite Masse zu produzieren. Nach einer Zeit gab es auf dem Markt viele verschiedene Sorten Gin, mit einem schwankenden Alkoholgehalt und unterschiedlichen Inhaltsstoffen. Durch die Kolonialisierung standen Großbritannien viele Anbauflächen in Nordamerika zur Verfügung, wodurch die Herstellung von Alkohol besonders günstig wurde. Somit war Gin nun ein besonders beliebtes Getränk der Unterschicht und wurde in großen Mengen konsumiert. Besonders beliebt war der Branntwein durch seinen hohen Alkoholgehalt, welcher schnell einen Rauschzustand herbeirief. Da die Bürger Großbritanniens so viel Gin konsumierten, dass es zur sogenannten Gin-Epidemie kam, sah sich die Regierung gezwungen einzugreifen. Ab diesem Zeitpunkt wurden hohe Steuern auf Gin verlangt und die Qualitätskontrolle für Gin wurde verschärft, sodass die Unterschicht sich Gin nicht mehr so wie zuvor leisten konnte.

1791 wurde der sogenannte Gin Act eingeführt, welcher die Qualität und Herstellung des Gins regulierte. Durch das Tüfteln an einer neuen Destillationsmethode und der Rezeptur, entstand der London Dry Gin, welcher in dem Stadtteil Bloomsbury und im Vorort Finsbury erfunden wurde. Den Begriff Dry Gin erhielt der Gin durch seinen trockenen Geschmack. Der Vorgänger nennt sich Old Tom Gin und versteht sich als eine Mischung aus dem London Dry Gin und dem sogenannten Genever.

Seit ca. 2010 wurde der Gin in den deutschsprachigen Ländern zu einem Hipster-Getränk und bekam dadurch nochmal mehr Aufmerksamkeit.

Die verschiedenen Sorten

Laut der EU Verordnung 2019/787 gibt es die Lebensmittelrechtlichen Kategorien Gin, Destillierter Gin und London Dry Gin.

Gin bezeichnet eine Spirituose mit Wacholder, welche mit Ethylalkohol versetzt wird. Der Mindestalkoholgehalt von Gin sind 37,5 % Vol. Der Geschmack von Wacholder muss erhalten bleiben. Daher dürfen nur Aromen verwendet werden, die den Geschmack nicht ändern. Dry darf der Gin nur heißen, wenn weniger als 0,1g Zucker je Liter hinzugefügt werden.

Bei destillierten Gin ist es wichtig, dass ein Alkoholgehalt von mindestens 96 % vol. vorherrscht, bevor Wacholderbeeren hinzugegeben werden. Der Geschmack von Wacholder muss auch hier erhalten bleiben und der Gin gilt auch erst mit weniger als 0,1g Zucker je Liter als ein Dry Gin.

London Gin muss auch mindestens 37,5 % vol. Alkohol besitzen. Das Besondere ist, dass sein Aroma durch die Destillation entsteht. Außerdem darf dieser Gin nicht gefärbt sein. London Gin ist automatisch London Dry Gin, da er nicht mehr mit mehr als 0,1g Zucker je Liter gesüßt werden darf.

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